Prolog

Ganzheitliche Betrachtung

Bei unseren Gesprächen werden wir von Stadtplaner:innen immer wieder gefragt: "Ist das tiny house denn wirklich eine Lösung für die Herausforderungen unserer Zeit?" 

Die Antwort muss natürlich lauten "JA", denn es geht nicht nur um das Bewohnen von kleinen Häusern, sondern vielmehr um einen umweltgerechten Lebensstil. 

Dabei ist das Leben in Kleinwohnformen, wie bei einem th, schon minimalistisch. Wichtiger jedoch scheint die ressourcenschonende Kreislaufwirtschaft, beginnend mit den Materialien und der Herstellung. Hinzu kommen ein umweltgerechter Lebensstil, ökologische Konsumgüter, Ernährung und Energieversorgung, zuletzt der "second use" oder die Entsorgung eines th. 
Auch ist nicht nur der Flächenverbrauch kleiner und unversiegelt, sondern der gesamte ökologische Fußabdruck gegenüber der durchschnittlichen Lebensweise geringer.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die mögliche Gemeinschaftsbildung in einem th-Dorf. Hier sind sharing-Systeme möglich (das Teilen von Autos, Werkzeugen, landwirtschaftlichen Erzeugnissen, Tieren etc.).
Zudem hat das Zusammenleben (vor dem Hintergrund der zunehmenden Vereinzelung in unserer Gesellschaft) einen besonders gesundheitsförderlichen Anteil. Auch gemeinsame Projekte tragen zur Psychohygiene und Biodiversität bei.

Baurecht & ökologischer Fußabdruck 

 

Tiny houses treten nicht erst seit gestern verstärkt in den Medien in den Vordergrund, denn sie überzeugen durch geringen Platzbedarf und beachtenswerte Originalität. Aber besonders im Zeichen der aktuellen Klima-Debatte muss die Frage erlaubt sein, wie nachhaltig und ökologisch wertvoll ein tiny house tatsächlich ist.
Das Thema Baurecht in Bezug auf tiny houses ist schwierig. Wir wollen uns auf nachhaltige Pilotprojekte konzentrieren, die in enger Zusammenarbeit mit den Kommunen zukunftsweisend sind.
Nachfolgend zunächst die Möglichkeit Mitglied, Expert:in oder local hero zu werden.
In unseren FAQs [engl.: häufig gestellte Fragen] versuchen wir, grundsätzliche Fragen zu klären und verweisen auf einzelne Elemente unserer Plattform für speziellere Anliegen.

Flächenverbrauch und Raumentwicklung

Flächen sparen heißt, weniger Flächen für Siedlungen und Verkehr zu versiegeln, um fruchtbare Böden zu erhalten. Mit innovativen Konzepten können Flächen umweltschonend und nachhaltig genutzt oder renaturiert werden. Dabei brauchen wir ganzheitliche Konzepte und die "Fähigkeit vernetzt zu denken" (Frederic Vester, Prof. Dr.rer.nat. Dr.h.c.†,  2. 11.2003)   Denn jede Entscheidung im Gefüge von Natur und Mensch hat höchst komplexe Konsequenzen - Rückkopplungen, Zeitverzögerungen, Spätfolgen. 

Kreislaufwirtschaft  #circulareconomy 


Bei der Kreislaufwirtschaft  (cradle to cradle) werden verwendete Materialien und Produkte so lange wie möglich geteilt, geleast, wiederverwendet, repariert, aufgearbeitet und recycelt.

 

Biodiversität

Biologische Vielfalt stellt eine der wichtigsten Grundlagen unseres Lebens dar, deren Zerstörung ist - offensichtlich - eine Bedrohung für Mensch, Fauna und Flora.

Eine ausgewogene und funktionierende Umwelt gründet auf der Vielfalt der Ökosysteme, der genetischen Vielfalt und dem Reichtum an Arten bei Tieren, Pflanzen, Pilzen und Mikroorganismen.

Mobilität & Sharing


Zu einer tiny house Community sollte auch immer ein  Mobilitätskonzept mitentwickelt werden. Gerade hier fällt der Sharing-Gedanke auf fruchtbaren Boden und kann CO2-Emissionen reduzieren.

 

Zukünftig könnten solche privaten Mobilitätskonzepte mit Handkarren, Fahrradanhängern, Lastenrad u.ä. auch mit anderen Nutzungen kombiniert werden, zum Beispiel einer Mobilitäts- und Servicekarte der Kommune oder mit RADServicePoints. Diese dienen insbesondere als Einrichtung für Umsteiger zum ÖPNV und für Radtouristen. 

Bei einer dezentralen Energieversorgung einer th Community, evtl. in Verbindung mit th Hotels kann, vor dem Hintergrund einer Kreislaufwirtschaft  der eingesetzten Rohstoffe über eCar- oder eBike-Sharing nachgedacht werden.

Zu diesem Konzept gehören neben dem ÖPNV folgende Bausteine:

• Überlassung von Stellplätzen für CarSharing

• Spezielle Konditionen für die Nutzung von CarSharing

• ebenerdig zugängliche, abschließbare Fahrradports und/oder

• Fahrradabstellanlagen (und Rollatoren) oberirdisch und/oder

• Mobilitätszentrale mit Handkarren, Fahrradanhängern, Lastenrad u.ä.

• Lieferservice für Getränke/Lebensmittel u.ä.

• Parkraumbewirtschaftung durch die Kommune im Umfeld 

Erneuerbare Energien

In einer Studie des Umweltbundesamtes wurden für das Jahr 2050 zwei exemplarische Siedlungsstrukturen modelliert: ein „Dorf“ in ländlicher Umgebung mit niedriger Einwohnerdichte sowie ein „Stadtteil“ mit hoher Bebauungs- und Einwohnerdichte.  Diese Studie sagt aus, dass sich der Strombedarf von Haushalten und für private Elektroautos in ländlichen Siedlungsstrukturen im Rahmen einer autarken Versorgung decken lässt, und zwar aus den vor Ort angenommenen Potenzialen für Photovoltaik und Windenergie. Um die dann vor Ort produzierte Energie auch komplett nutzen zu können und etwa längere Windflauten zu überbrücken, bedarf es allerdings sehr großer Energiespeicher - oder nachhaltiger Konzepte mit vergleichsweise geringem Strombedarf.

In einer urbanen Siedlungsstruktur kann eine autarke Versorgung unter den getroffenen Annahmen in keinem Fall umgesetzt werden.

Energie aus Sonne und Wind

Auf Samsø kommt der Strom nicht von einem traditionellen Elektrizitätswerk in die Steckdose, sondern von vielen kleinen Energiespendern. Sonnenkollektoren und Windparks sind neben malerischen Sandstränden Teil des Inselbildes. Bereits vor über 20 Jahren kaufte ein Landwirt den ersten Windpark der Insel im Wert von über einer Million Euro. Mit diesem Traum stürzte er sich in hohe Schulden, legte aber gleichzeitig den Grundstein für die Energiewende auf Samsø. Andere Inselbewohner zogen mit, legten Geld zusammen und schafften sich kleine Blockheizkraftwerke an. Dort wandeln sie bis heute Stroh in Strom um. Elf Windkraftanlagen produzieren die Energiemenge, welche die Inselbewohner für ihr tägliches Leben verbrauchen. Wenn der Wind besonders kräftig bläst, bleibt sogar noch Strom für das Festland übrig. Die Bewohner fahren ausschließlich mit Elektroautos über die Insel und zapfen an einer Solartankstelle Strom.


Solidarische Landwirtschaft


Bei einer Solidarischen Landwirtschaft (SoLaWi) werden die Lebensmittel nicht mehr über den Markt vertrieben, sondern fließen in einen eigenen, durchschaubaren Wirtschaftskreislauf, der von den Verbraucher:innen mit organisiert und finanziert wird. 

Solidarische Landwirtschaft fördert und erhält eine ökologisch bäuerliche und vielfältige Landwirtschaft, stellt regionale Lebensmittel zur Verfügung und ermöglicht Menschen einen neuen Erfahrungs- und Bildungsraum. 

Die ökologische Landwirtschaft unternimmt seit vielen Jahren verstärkt Anstrengungen, um die Artenvielfalt und die Anzahl aller im ländlichen Raum vorkommenden Tiere und Pflanzen zu erhöhen. Nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums werden in Rheinland-Pfalz über 30 % aller landwirtschaftlich genutzten Flächen unter besonderer Berücksichtigung des Naturschutzes bewirtschaftet. Mit engen Fruchtfolgen, Blühstreifen, späten Mähzeitpunkten, bedarfsorientierter Düngung und bedarfsorientierten Pflanzenschutzanwendungen tragen die Landwirte zum Schutz der Insekten bei.